Diary

6 Tipps für einen guten Start in einer neuen Heimat

2014 bin ich mit meiner Familie aufgrund des Jobs nach Dänemark gezogen. Und nachdem ich zuvor schon in Österreich und Spanien gelebt habe, wusste ich was es bedeutete, alle Brücken abzubrechen und neue aufbauen zu müssen.

See

Nach den ersten Umzügen merkte ich, dass es Dinge gibt, die mir das Einleben in anderen Ländern vereinfachten und ich mich somit schneller zu Hause fühlen konnte. Zusätzlich konnte ich schneller einen Kontakt zu den „Einheimischen“ herstellen, was mir mehr Sicherheit und Ruhe gab.


Die Sprache lernen

Die Sprache ist die Eintrittskarte in eine neue Welt. Erst wenn man die Sprache spricht, kann man die Menschen kennenlernen, die Mentalität verstehen und sich irgendwann auch zu Hause fühlen.


Die Sprache anwenden

Sprechen, sprechen, sprechen!

Vergiss die Angst Fehler zu machen! Fehler werden nur weniger indem man die Sprache übt. Ich bin glücklicherweise nicht der Typ, der Angst hat Fehler zu machen und rede einfach darauf los, wenn ich nur ein paar Worte beherrsche. Den Rest versuche ich mit Händen und Füßen zu erklären. Allerdings habe ich genug Freunde, die viel Wert auf Grammatik und die fehlerfreie Kommunikation legen und erst reden, wenn sie fast perfekt im Beherrschen der Grammatik und des Wortschatzes sind.

Und dabei gibt weder ein Falsch noch ein Richtig – das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Generell, habe ich allerdings in Dänemark die Erfahrung gemacht, dass gerade ältere Menschen sich nicht immer sicher in der englischen Sprache fühlen und somit dankbar sind, wenn man es in dänisch versucht. Gleichgültig, ob es perfekt ist oder nicht.
Darüber hinaus wurde ich in Gesellschaft mehrerer Dänen das eine oder andere Mal ignoriert, da es mühsam ist, eine einzelne Person in einer anderen Sprache zu integrieren, wenn alle anderen dänisch sprechen.


Das Gesundheitssystem

Es ist wichtig zu wissen, wie das Gesundheitssystem funktioniert. Es gibt einem eine gewisse Ruhe für den Notfall. Hier ist das System so komplett anders als in Deutschland und ich hätte mir so manchen Weg sparen können, wenn ich gewusst hätte, wie es funktioniert.
Frage am besten deinen Arzt oder dessen Sekretärin, sobald du einen hast. In der Regel bekommst du direkt die richtigen Telefonnummern und Informationen in die Hand.


Lese Zeitung und versuche die Politik zu verstehen

Um ganz ehrlich zu sein, mache ich mir nicht wirklich was aus der Politik – ein rebellischer Versuch dem Interesse meines Vaters zu entfliehen. (Aber das ist eine andere Geschichte.)
Seit ich allerdings in Dänemark wohne, höre ich regelmässig die Nachrichten und lese täglich die Zeitung. Gerade in der jetzigen Corona-Zeit wäre es unmöglich sich richtig zu verhalten, würde man nicht die Nachrichten verfolgen. Das trifft wahrscheinlich auf so ziemlich alle Länder aber auch Situationen zu. Zusätzlich bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie die Gesellschaft miteinander umgeht, wie sie geregelt und strukturiert ist.


Mach Dir bewusst, nichts ist für ewig

Wenn dir alles zu viel und zu unübersichtlich wird, wenn du Heimweh bekommst oder deine Freunde vermisst, werde dir bewusst , dass nichts für ewig ist. Du kannst jederzeit wieder zurück. Sehe es als Erlebnis, das dir keiner nehmen kann. Es ist eine tolle Lebenserfahrung. Und egal wie sie ausgeht, ist es wahrscheinlich genau das Erlebnis, das du in diesem Moment für deine persönliche Entwicklung brauchst oder gebraucht hast.


Sei offen und neugierig

Manchmal muss man seine Grenzen erweitern und zu Dingen ja sagen, selbst wenn man keine Lust dazu hat. Ich war z.B. gleich zu Beginn auf ein Weihnachtsfest eingeladen und hatte überhaupt keine Lust. Vorurteile bestimmten mein Denken über die Trinkfestigkeit und das Ausufern der Dänen. Alles in mir sträubte sich. Und ja, die Dänen trinken viel aber es wurde lustiger als ich dachte und es wurde weniger getrunken. Kurzum es war hyggelig. Ich hatte darüber hinaus neue Menschen kennengelernt. Danach war es leichter jemanden bei der Arbeit um Rat zu fragen und auch zur Arbeit zu gehen.


Zum Schluss…

Du hast immer die Möglichkeit umzudrehen oder aber aktiv dazu zu entscheiden dich in einer neuen Heimat einzuleben.

Denke daran, dass man bei einem Umzug wirklich bei Null anfängt. Oft weiss man nicht einmal, wann und wie die Mülleimer gelehrt werden oder wann der Postbote kommt. 

Zusätzlich benötigt man viel Energie, um die neuen Ereignisse zu verarbeiten. Die Organisation von Internetverbindungen, Wasser- und Stromzufuhr kann einen unglaublich ermüden. Ich fühlte mich tatsächlich in den ersten Wochen wie erschlagen. Es fühlte sich an, als wäre mein Körper schon hier aber meine Gedanken und Gefühle unterwegs hängengeblieben. 

Aber auch wenn es sich hin und wieder unüberschaubar anfühlt, blicke nach jeder Woche zurück und sehe, wie viel du doch schon erreicht hat.

Heute nach so langer Zeit, muss ich mir mittlerweile oft überlegen, wie man gewisse Deutsche Worte schreibt oder wie sie heißen. Und obwohl es mich teilweise auch traurig stimmt, bin ich auch dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit bekam, mehrere Sprachen sprechen zu lernen. Auch wenn mir der Norden eigentlich weniger liegt mit seinem nass-kaltem und auch windigen Wetter, so weiss ich, dass Darüberhinaus weiss ich in dem Moment an dem ich am Meer stehe genau, dass es kein anderen Ort gibt, an dem ich jetzt lieber wäre.

Ansonsten kann ich euch nur noch den Tipp geben – nehmt Kontakt zu anderen Auswanderer auf. Ein Austausch hilft manchmal ungemein. Manchmal entsteht dadurch auch eine wundervolle erste Freundschaft.




Alles Liebe ✨

signature





Themen, die dich auch interessieren könnten:

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.