Wenn ich zurückblicke, kann ich sicher sagen: ich habe meine Komfortzone oft verlassen. Innerhalb von drei Wochen musst ich mich damals entscheiden, ob ich nach Spanien ziehen und dort arbeiten möchte und habe es gemacht. Ich hatte ein One-Way Ticket für einen Stand-By Flug und wusste noch nicht einmal in welcher Stadt ich arbeiten werde. Innerhalb von drei Monaten bin ich damals mit meinen Kindern und meinem damaligen Freund nach Dänemark gezogen. Ich habe mich in einem fremden Land selbstständig gemacht, in einer Sprache, die nicht meine war.
Von außen sah das wahrscheinlich mutig aus. Und es hat mich auch weitergebracht. Aber nicht weil ich wirklich mutig war. Sondern weil die Neugier größer war als die Angst. Weil das Neue aufregend war.
Weil das Auswandern mich nie unsicher gemacht – im Gegenteil. Ich spürte eine Vorfreude und Energie, die nichts erschüttern konnte.
Als ich dann jedoch in Dänemark arbeiten musste, musste ich ich nicht nur aus meiner Komfortzone heraus, sondern lernen, dass ich meine Komfortzone noch so oft verlassen kann und dennoch nicht weiterkomme, wenn ich nicht meine Angst anschaue, die darunter liegt.

Inhaltsverzeichnis
DER MOMENT, IN DEM ICH NICHT WEITERKAM
Als ich anfing, selbstständig zu arbeiten, stand ich plötzlich vor einer Frage, auf die ich keine Antwort hatte:
In welcher Sprache soll ich arbeiten?
Dänisch? Deutsch? Englisch? Ich hatte nicht den Wortschatz auf Dänisch, den ich gebraucht hätte. Ich konnte nicht erklären, was ich mache, wenn ich kinesiologisch mit den Menschen arbeitete und fühlte mich als könnte ich Menschen nicht erreichen. Ich konnte mich nicht so auszudrücken, wie ich es auf Deutsch getan hätte und mich zeigen, wie ich wirklich bin. Irgendwann merkte ich, dass ich mich mehr und mehr in mich zurückzog und mir plötzlich ein Haus erschuf, dass in jeder Hinsicht zu klein war.
Das war der Moment, in dem ich verstand, dass das eigentliche Problem nicht meine Komfortzone war, denn ich hatte sie längst verlassen. Ich hatte mich selbstständig gemacht. Ich war sichtbar geworden. Ich hatte Risiken auf mich genommen. Ich hatte große Schritte gemacht und trotzdem kam ich nicht weiter.
Nicht weil ich nicht mutig genug gewesen wäre oder weil ich zu wenig getan hätte. Sondern weil das eigentliche Problem viel tiefer lag und ich mich selbst blockierte.
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WAS PASSIERT, WENN ES DEINEN SELBSTWERT TRIFFT
Beim Auswandern war die Neugier größer als die Unsicherheit. Es war ein Abenteuer. Groß, neu und voller Möglichkeiten. Aber die Sprache und die Selbstständigkeit haben etwas viel Tieferes unsicher gemacht: meinen Selbstwert.
Plötzlich ging es nicht mehr nur um Veränderung. Es ging darum, ob ich kompetent genug wirke. Ob ich ernst genommen werde. Ob ich mich verständlich machen kann. Ob andere überhaupt erkennen können, wer ich wirklich bin, wenn mir die Worte fehlen.
Dort traf es etwas Tieferes. Meine Angst, nicht kompetent genug zu wirken. Meine Unsicherheit, etwas nicht perfekt machen zu können. Die Sorge, falsch verstanden zu werden in einer Sprache, in der ich mich ohnehin schon nicht ganz ausdrücken konnte.
Und in dem Moment, in dem es die eigenen Unsicherheiten trifft, kann man die Komfortzone so oft verlassen wie man will. Man kommt nicht weiter.
In dem Moment, in dem eine Veränderung die eigenen Unsicherheiten trifft, reicht es nicht mehr, einfach nur „mutig“ zu sein. Auch nicht durch noch größere Schritte. Man fühlt sich als käme man nicht vom Fleck. Ich musste mit mir arbeiten, herausfinden, was denn das eigentliche Problem war.
Und als ich das eigentliche Problem versuchte zu lösen – und das war nicht das Auswandern, nicht die Selbstständigkeit, sondern in erster Linie die Sprache, hat sich etwas bewegt. Ich brauchte die Sicherheit, mich wirklich ausdrücken zu können.
DIE FRAGE, DIE WIRKLICH ZÄHLT
„Verlasse deine Komfortzone” ist kein schlechter Rat. Aber er passt nicht immer.
Denn manchmal ist die Komfortzone nicht das Problem. Manchmal liegt das, was dich wirklich blockiert, tiefer. In einer Unsicherheit, die kein mutiger Schritt nach außen lösen kann.
Die wichtigere Frage ist nicht: „Wie verlasse ich meine Komfortzone?”
Sondern: „Was hält mich eigentlich wirklich zurück?”
Denn manchmal brauchst du keinen größeren Schritt. Sondern Klarheit darüber, wo du wirklich feststeckst.
Nicht im Außen. Sondern in dem, was darunter liegt.
Wenn du gerade selbst zwischen Veränderung, Auswandern oder innerer Orientierung stehst, dann bist du damit nicht allein. In meinem Newsletter schreibe ich regelmäßig über genau diese emotionalen Seiten von Neuanfängen — über Identität, Sprache, Selbstwert und darüber, wie ein neuer Ort langsam zu einem Zuhause wird.
Und wenn du das Gefühl hast, gerade festzustecken und Klarheit brauchst, buche deinen Clarity Call mit mir. Ich freue mich auf dich.

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