Ostern in Dänemark wirkt auf den ersten Blick vertraut. Bemalte Eier, Narzissen, Schokolade – vieles erinnert an Deutschland. Und trotzdem fühlt es sich hier anders an.
Vielleicht, weil Traditionen im Ausland nicht nur Bräuche sind, sondern kleine Anker, an denen man sich orientiert, während man versucht, irgendwo neu anzukommen.
Die dänischen Ostertraditionen reichen von farbenfrohen Ostereiern bis hin zu deftigen Mittagessen. Endecke was ein “Gækkebrev” ist und welche Ostertraditionen man in Dänemark pflegt.

Inhaltsverzeichnis

Gækkebrev: Die vielleicht schönste dänische Ostertradition
Eine der bekanntesten Ostertraditionen in Dänemark sind die sogenannten Gækkebrev.
Der Gækkebrev ist ein selbstgebastelter Brief, den z.B. meine Kinder jedes Jahr ausschneiden und heimlich an deren Lehrer, Freunde und Familie verschicken. Die Tradition der “Gækkebreve” ist eine wundervolle Verbindung von Kunst und Rätseln. Der Brief ist anonym und beinhaltet ein kleines Rätsel, das gelöst werden soll, um den Absender herauszufinden. Die Spannung steigt, wenn man versucht zu erraten, wer der geheimnisvolle Absender ist.
Errät er es nicht, schuldet er dem Absender ein Schokoladenei.
Was ich daran besonders schön finde:
Es ist eine Tradition, die nichts mit Konsum zu tun hat.
Sondern mit Aufmerksamkeit, Kreativität und diesem kleinen Moment Spannung.

Frühling in Dänemark: Wenn alles wieder heller wird
Die Osterzeit fällt in Dänemark genau in die Phase, in der der Frühling spürbar wird. Die Kunst der Osterdekorationen in Dänemark ist wie ein Pinselstrich auf einer Leinwand. Bunte Ostereier, liebevoll bemalt und kunstvoll platziert, verwandeln das Zuhause in einen fröhlichen Frühlingsgarten. Wie in Deutschland, werden auch hier die Ostereier ausgepustet und danach angemalt oder kreativ dekoriert oder mit Federn geschmückt.
In Dänemark darf es an Osterdekoration nicht fehlen – minimalistisch, pastell-farben und trotzdem zum wohlfühlen. Ideen zur Dekoration findest du auf meinem Pinterest Board.
Der Osterhase bleibt – auch in Dänemark
Was mich tatsächlich überrascht hatte: Auch in Dänemark kommt der Osterhase und versteckt die Schokoladeneier. Für uns ist es tatsächlich schön, eine gewisse Tradition fortführen zu können, ohne “anders” zu sein. Gerade wenn man im Ausland lebt, sind solche vertrauten Rituale wichtig.
Die Ostereiersuche ist bei uns auf jeden Fall das Highlight. Zusätzlich fasten wir in den sechs Wochen vor Ostern auf Zucker. Das macht Ostern jedes Jahr wieder zu etwas Besonderem und das erste Schokoladenei danach umso besser.
Die typischen Schokoladenmarken sind an Ostern Marabou, Anthon Berg aber auch Lindt.
Narzissen
Sie gehören fest zur Osterdekoration und sind für viele ein Symbol für den Frühling und den Neubeginn nach den dunklen Wintermonaten. Ihr leuchtendes Gelb bringt Freude und Hoffnung mit sich, was perfekt zur Osterzeit passt, die oft als Symbol für Neubeginn und Auferstehung betrachtet wird.
Typisch dänisches Osteressen
Ostern in Dänemark bedeutet vor allem eines: gemeinsam essen. Das klassische Osteressen ist ein ausgedehntes Mittagessen – oft über mehrere Stunden.
Ein typisch dänisches Mittagessen zu Ostern besteht aus raditionellen dänischen Gerichten, die auf Roggenbrot oder Brot serviert werden, wie Hering auf unterschiedlichste Weise zubereitet, Eier, Lachs, Fischfilet, Leberwurst, Frikadellen, Salami, Roastbeef, Currysalat, Hühnersalat und einige warme Gerichte wie Blätterteigstangen, Pasteten und Lammfleisch.
Außerdem wir Alkohol getrunken und das reichlich: Bier und Schnaps darf auf dem Ostertisch nicht fehlen!
Påskebryg: Das dänische Osterbier
Vor Ostern wird in Dänemark traditionell das sogenannte Osterbier gebraut. Besonders bekannt ist das Tuborg Påskebryg, das bereits 1907 zum ersten Mal gebraut wurde.
Das Tuborg Osterbier kommt in den Wochen vor Ostern auf den Markt und ist nur für eine begrenzte Zeit erhältlich. Es ist ein Bier mit einem erfrischenden Malzgeschmack mit einem leichten Nachgeschmack und einem süßen Aroma von leichtem Karamell, Getreide und Frühlingskräutern.

Meine persönliche Sicht auf Ostern in Dänemark
Für mich ist Ostern hier vor allem eines geworden:
ein Übergang.
Zwischen Winter und Frühling.
Alles blüht auf, man hat mehr Energie, die Tage werden länger und es ist wieder Leben auf der Strasse. Besonders hier in Dänemark ist es wie ein Aufleben nach der dunklen langen Jahreszeit. Wir suchen Ostereier, essen zusammen und machen uns einen entspannten Tag. Es war tatsächlich eine positive Überraschung, dass die Dänen hier ähnliche Traditionen haben.
Für mich ist es nicht mehr das gleiche Ostern wie früher in Deutschland. Und gleichzeitig fehlt mir weniger, als ich gedacht hätte. Vielleicht, weil wir mit der Zeit eigene Traditionen entwickelt haben.
Ich denke, auch das ist ein Teil davon, sich im Ausland ein Leben aufzubauen:
Nicht alles festzuhalten, aber auch nicht alles loslassen. Sondern langsam etwas Eigenes daraus entstehen lassen.

DIE SCHÖNSTEN SKANDINAVISCHEN OSTERDEKORATIONSIDEEN
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