Die meisten Fachbegriffe (z. B. forskudsopgørelse, A-indkomst, B-indkomst, AM-bidrag) werden bewusst auf Dänisch verwendet, da sie genau so auch bei Skattestyrelsen und im TastSelv-Portal heißen. Eine deutsche Übersetzung dieser Begriffe wäre teils ungenau oder irreführend, deshalb findest du sie hier größtenteils im dänischen Original, ergänzt um eine kurze deutsche Erklärung.
Spielst du mit dem Gedanken in Dänemark zu arbeiten und dich selbständig machen? Wer nach Dänemark zieht und sich zum ersten Mal etwas genauer mit dem dänischen Steuersystem beschäftigt, wundert sich eventuell über zwei Begriffe. Und das ist A- und B-skat. Dazu kommen A-indkomst und B-indkomst, die forskudsopgørelse, die skattekort und irgendwann vielleicht noch der AM-bidrag.
Der wichtigste Unterschied zwischen A-Steuer und B-Steuer in Dänemark ist nicht, dass es sich um zwei vollkommen unterschiedliche Einkommensteuern handelt. Die Bezeichnungen zeigen vor allem, wie die Steuer bezahlt wird und wer dafür verantwortlich ist.
Beim A-Einkommen (bei Angestellten) wird die Steuer normalerweise bereits einbehalten, bevor das Geld bei dir ankommt. Bei B-Einkommen (für Selbständige, Freelancer und Honorare) ist das nicht der Fall. Hier musst du selbst dafür sorgen, dass die entsprechende Steuer bezahlt wird.
Inhaltsverzeichnis
Was ist A-Steuer in Dänemark?
A-Skat ist die Steuer, die auf sogenanntes A-indkomst (A-Einkommen) erhoben wird. Das klassische Beispiel dafür ist dein Gehalt als Angestellter. Dein Arbeitgeber berechnet anhand deiner Steuerinformationen, wie viel einbehalten werden muss, zieht die entsprechenden Beträge ab und führt sie an die dänische Steuerbehörde ab.
Das bedeutet: Du bekommst nicht dein vollständiges Gehalt überwiesen und musst anschließend selbst einen Teil davon an Skattestyrelsen schicken. Der Steuerabzug passiert vorher.
Wenn du bisher in Dänemark ausschließlich angestellt warst, hast du dich möglicherweise nie besonders intensiv damit beschäftigt, denn der praktische Teil der Zahlung wird in der Regel für dich erledigt.
Was ist B-Steuer in Dänemark?
Bei B-Einkommen funktioniert dieser Teil anders. B-indkomst bezeichnet das Einkommen, bei dem vor der Auszahlung weder Steuer noch gegebenenfalls der Arbeitsmarktbeitrag, der sogenannte AM-bidrag, einbehalten wurden. Du erhältst also Geld, von dem die entsprechende Steuer noch nicht bezahlt wurde. Und genau deshalb liegt die Verantwortung nun bei dir.
Das betrifft beispielsweise Honorare und kann auch bei Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit relevant sein. Wie genau B-Einkommen beziehungsweise der Gewinn eines eigenen Unternehmens in deiner forskudsopgørelse (Vorauszahlungsbescheid) errechnet wird, hängt allerdings von der Art des Einkommens ab.
B-indkomst ist das Einkommen. B-skat ist die Steuer, die auf entsprechende Einkünfte zu zahlen ist.
A-Steuer und B-Steuer: Kurzübersicht zum Nachschlagen
| A-Skat | B-Skat | |
| Grundlagen | A-indkomst | B-indkomst |
| Typisches Beispiel | Gehalt aus einer Anstellung | Honorar oder Einkünfte, bei denen keine Steuer einbehalten wurde |
| Wer kümmert sich um die Steuer? | Arbeitgeber bzw. Auszahlender behält sie normalerweise ein | Du musst selbst dafür sorgen, dass die Steuer bezahlt wird |
| Auszahlung | Steuer wurde bereits berücksichtigt | Betrag wird ohne vorherigen Abzug von Steuer und AM-bidrag ausgezahlt |
| Relevant für Selbständige? | Möglich, wenn du zusätzlich angestellt bist | Relevant |
A-Skat = A-Steuer
B-Skat = B-Steuer
A-inkomst = A-Einkommen
B-inkomst = B-Einkommen
Forskudsopgørelse = Vorauszahlungsabrechnung
AM-bidrag = direkt übersetzt: Arbeitsmarktsbeitrag oder dänische Bruttosteuer in Höhe von 8 %, die direkt vom Bruttolohn abgezogen wird, bevor die eigentliche Einkommensteuer (A-Steuer) berechnet wird.
Quelle: skat.dk
A-Einkommen oder B-Einkommen: Ein einfaches Beispiel
Stell dir vor, du arbeitest in Dänemark ganz normal in einem Unternehmen und bekommst jeden Monat dein Gehalt. Das ist typischerweise A-Einkommen. Dein Arbeitgeber kümmert sich um den Steuerabzug. Zusätzlich übernimmst du gelegentlich einen einzelnen Auftrag und bekommst dafür ein Honorar. Dieses Honorar kann B-Einkommen sein. Du bist dafür verantwortlich diese Steuer darauf abzuführen.
Du kannst also gleichzeitig A-Einkommen und B-Einkommen haben, etwa wenn du neben deinem festen Job nebenbei selbständig arbeiten möchtest. Das machen einige in Dänemark, und nach Absprache mit dem Arbeitgeber stellt das in der Regel kein Problem dar. Somit muss es nicht immer den einen Moment geben, an dem man von heute auf morgen von A-Skat zu B-Skat „wechselt“. Du kannst also beides gleichzeitig erhalten. Ein Prinzip, das dem deutschen System (Lohnsteuer bei Anstellung, eigenständige Vorauszahlungen bei Nebentätigkeit) ähnlich ist.
Bedeutet B-Skat automatisch, dass ich selbständig bin?
Nein. B-Einkommen kannst du auch erhalten, wenn du für einzelne Aufgaben Honorare erhältst, ohne ein eigenes Unternehmen zu haben. Umgekehrt wird die steuerliche Einordnung einer Tätigkeit nicht allein dadurch entschieden, wie du selbst sie bezeichnest.
Skattestyrelsen unterscheidet unter anderem zwischen Arbeitnehmern, Honorarempfängern und Selbständigen. Welche Kategorie zutrifft, hängt von der Tätigkeit ab.
B-indkomst und Selbständigkeit sind also häufig verbunden, sind aber nicht dasselbe.
Wenn du dich wirklich selbständig machen möchtest, kommen deshalb noch einige andere Themen dazu: die Anmeldung deines Unternehmens, CVR-Nummer, Mehrwertsteuer, Buchhaltung und natürlich die Frage, wie du deinen erwarteten Gewinn gegenüber Skattestyrelsen angibst.
Was hat die Forskudsopgørelse mit der B-Steuer zu tun?
Spätestens hier wird die forskudsopgørelse wichtig.
Die forskudsopgørelse ist vereinfacht gesagt deine steuerliche Prognose für das laufende Jahr. Dort stehen die Einkünfte und Abzüge, von denen Skattestyrelsen momentan ausgeht.
Wenn du regelmäßiges B-Einkommen hast oder selbständig bist, solltest du deshalb darauf achten, dass die erwarteten Beträge dort richtig eingetragen sind, denn auf Grundlage dieser Angaben wird berechnet, wie deine Steuer im Laufe des Jahres erhoben wird.
Das bedeutet allerdings auch: Die forskudsopgørelse ist nicht etwas, das du einmal ausfüllst und anschließend bis zum nächsten Jahr vergessen solltest. Wenn sich dein Einkommen deutlich verändert, solltest du sie während des Jahres anpassen. Und das ist wichtig, denn Einnahmen lassen sich nicht immer zwölf Monate im Voraus exakt vorhersagen.
Ich habe das am Anfang unterschätzt: Ich habe meine Steuer nicht im Voraus richtig berechnet, weil ich es einfach nicht wusste, und musste anschließend einiges nachzahlen. Diesen Fehler macht man dann auch nur einmal. Inzwischen überprüfe ich meine Angaben in der Regel alle drei Monate, und sobald ich merke, dass sich meine Einnahmen ändern, passe ich meine forskudsopgørelse entsprechend an.
Wie wird B-Skat bezahlt?
Wie du deine B-Steuer bezahlst, hängt davon ab, wie dein Einkommen bei Skattestyrelsen eingetragen ist.
Wenn du regelmäßiges B-Einkommen hast, trägst du deinen erwarteten Gewinn oder deine erwarteten Einnahmen in der forskudsopgørelse ein. Skattestyrelsen teilt die zu erwartende B-Steuer dann automatisch in 10 monatliche Raten auf.
Diese Raten sind jeweils am 20. eines Monats fällig – außer im Juni und Dezember. In diesen beiden Monaten musst du keine feste B-Skat-Rate zahlen (Quelle: skat.dk – B-indkomst).
Wichtig dabei: Du zahlst dadurch nicht weniger Steuern. Der Gesamtbetrag für das Jahr bleibt gleich, er wird nur auf 10 statt auf 12 Monate verteilt. Juni und Dezember solltest du deshalb nicht als „steuerfreie Monate“ verstehen, sondern eher als Monate ohne feste Rate.
Ändert sich dein erwartetes Einkommen während des Jahres, solltest du deine forskudsopgørelse anpassen. Skattestyrelsen verteilt die verbleibende Steuer dann automatisch neu auf die restlichen Raten. Das bedeutet allerdings nicht, dass du dadurch weniger Steuern bezahlst. Wie das System funktioniert und warum du die beiden zahlungsfreien Monate nicht als Steuerbonus betrachten solltest, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel Selbständig in Dänemark: Warum die B-Steuer nur zehn Monate gezahlt wird“.
Und was ist der AM-bidrag?
Neben A-Skat und B-Skat wirst du ziemlich schnell noch über einen weiteren Begriff stolpern: den am-bidrag, ausgeschrieben „arbejdsmarkedsbidrag“.
Der Arbeitsmarktbeitrag beträgt grundsätzlich 8 Prozent auf die davon erfassten Arbeitseinkünfte. Bei einem normalen Gehalt kümmert sich der Arbeitgeber um den entsprechenden Abzug. Bei B-Einkommen musst du gegebenenfalls selbst dafür sorgen. Seit 2026 gilt außerdem eine neue Altersregelung: AM-bidrag wird erst ab dem Kalenderjahr erhoben, in dem man 18 Jahre alt wird (Quelle: skat.dk – AM-bidrag).
Für das grundlegende Verständnis ist aber vor allem eines wichtig: AM-bidrag und A- beziehungsweise B-Skat sind nicht dasselbe. Bei A-Einkommen bezahlt der Arbeitgeber den AM-bidrag, bei B-Einkommen musst du wieder selbst dafür sorgen, das der AM-bidrag abgeführt wird (Quelle: https://skat.dk/borger/b-indkomst: Sådan beregner du B-skat og AM-bidrag af engangsbeløb). Deshalb solltest du bei einem B-Einkommen nicht einfach davon ausgehen, dass mit der späteren Einkommensteuer automatisch alles erledigt ist.
Ist B-Skat höher als A-Skat?
Nicht automatisch. Die Bezeichnungen A und B sagen zunächst etwas darüber aus, wie die Steuer auf das Einkommen erhoben wird, und nicht darüber, dass B-Einkommen grundsätzlich mit einem höheren Steuersatz besteuert wird. Bei der Berechnung der dänischen Einkommensteuer werden sowohl A- als auch B-Einkommen berücksichtigt. Wie hoch deine tatsächliche Steuerbelastung ist, hängt von deiner gesamten persönlichen Steuersituation ab, unter anderem von Einkommen, Freibeträgen, Kommune und gegebenenfalls weiteren Steuerstufen. Die einfache Gleichung „A-Skat ist niedrig und B-Skat ist hoch“ funktioniert deshalb nicht.
Was bedeutet das alles, wenn du dich in Dänemark selbständig machen möchtest?
Wenn du gerade über eine Selbständigkeit nachdenkst, musst du nicht das gesamte dänische Steuersystem auswendig lernen. Du solltest aber das Prinzip dahinter verstanden haben – und das unterscheidet sich gar nicht so grundlegend vom deutschen System.
Bei einer Anstellung werden viele steuerliche Dinge im Hintergrund für dich erledigt. Sobald du Einkommen erhältst, bei dem vorher keine Steuer abgezogen wurde, übernimmst du selbst einen größeren Teil dieser Verantwortung. Das ist wahrscheinlich die wichtigste Veränderung.
Du musst wissen, welche Einnahmen du hast, deine erwarteten Zahlen im Blick behalten, deine forskudsopgørelse bei Veränderungen anpassen und verstehen, welche Zahlungen du selbst vornehmen musst.
Für mich war der eigentlich recht plötzliche Schritt in die Selbständigkeit eine wirkliche Herausforderung. Ich wusste nicht, ob ich mit 20 %, 37 % oder sogar mehr Steuern rechnen sollte, und es fiel mir schwer, mir überhaupt einen Überblick zu verschaffen und meine Situation richtig einzuschätzen. Ich war zuvor in Deutschland nie selbständig gewesen und hatte quasi keine Ahnung.
Anfangs habe ich versucht, mit dem Buchhaltungsprogramm Billy zurechtzukommen, habe mir dann einen Steuerberater genommen und schließlich mit Dinero endlich den Durchblick bekommen. Das war ein etwas längerer Weg, als ich zunächst dachte. Denn es waren nicht nur die Steuern und die damit verbundene Verantwortung, sondern auch die neuen Systeme und Sprache, die das Ganze am Anfang so herausfordernd gemacht haben.
A-Skat und B-Skat sind weniger kompliziert, als die Begriffe zunächst klingen
Bei Artikeln wie diesen hoffe ich, sie für dich so einfach wie möglich zu erklären. Denn oft sind die Themen dann relativ logisch:
A-indkomst ist Einkommen, bei dem die Steuer normalerweise vor der Auszahlung einbehalten wird bzw. vom Arbeitgeber geregelt wird.
Bei B-indkomst musst du dich selbst darum kümmern, dass die entsprechende Steuer bezahlt wird.
Wenn du angestellt bist und nebenbei Honorare erhältst oder langsam in eine Selbständigkeit startest, können beide Systeme gleichzeitig Teil deines Lebens sein.
Wenn du an dem Punkt bist, an dem aus dem Wunsch heraus eine konkrete Selbständigkeit werden soll, habe ich mein Wissen dazu ausführlicher in meinem E-Book „Erfolgreich selbständig in Dänemark“ zusammengefasst. Dort geht es nicht nur um B-Steuer, sondern um den gesamten Weg und die praktischen Fragen, die bei einer Selbständigkeit in Dänemark auftauchen.
WEITERE INFORMATIONEN ZUM E-BOOK
Hinweis: Dieser Artikel basiert auf eigenen Recherchen und persönlichen Erfahrungen und stellt keine Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Er ersetzt keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Skattestyrelsen und kann eine solche auch nicht ersetzen. Steuerregeln und Beträge können sich ändern. Die sachlichen Angaben wurden am 27. August 2026 anhand der Informationen der dänischen Steuerbehörde Skattestyrelsen geprüft.

Häufig gestellte Fragen:
Muss ich mein B-Einkommen selbst bei Skattestyrelsen angeben?
Ja. Da bei B-Einkommen vorher keine Steuer einbehalten wurde, musst du selbst dafür sorgen, dass es korrekt in deiner forskudsopgørelse bzw. später in deiner årsopgørelse erfasst wird. Skattestyrelsen zieht die Steuer hier nicht automatisch ein wie bei A-Einkommen.
Was passiert, wenn ich das B-Einkommen nicht angebe?
Wird B-Einkommen nicht oder falsch angegeben, stimmt deine Steuerberechnung nicht mit deinen tatsächlichen Einkünften überein. Das kann dazu führen, dass du am Jahresende eine Nachzahlung leisten musst, unter Umständen inklusive Zinsen. Deshalb lohnt es sich, die forskudsopgørelse bei Veränderungen zeitnah anzupassen.
Kann ich gleichzeitig A-Einkommen und B-Einkommen haben?
Ja, das haben sogar einige. Ein typisches Beispiel ist eine feste Anstellung mit A-indkomst, bei der zusätzlich gelegentliche Honorare als B-indkomst hinzukommen. Beide Einkommensarten fließen in deine gesamte Steuerberechnung ein.
Zahlt man auf B-Einkommen automatisch mehr Steuern als auf A-Einkommen?
Nein. A und B beschreiben, wie die Steuer erhoben wird, nicht wie hoch sie ist. Die tatsächliche Steuerbelastung hängt von deinem Gesamteinkommen, deinen Freibeträgen, deiner Kommune und weiteren persönlichen Faktoren ab – unabhängig davon, ob es sich um A- oder B-Einkommen handelt.
Bedeutet B-Skat, dass ich ein eigenes Unternehmen habe?
Nicht zwangsläufig. B-Einkommen kann auch bei einzelnen Honoraren entstehen, ohne dass du selbständig bist. Ob Skattestyrelsen dich als Arbeitnehmer, Honorarempfänger oder Selbständigen einstuft, hängt von den konkreten Umständen deiner Tätigkeit ab, nicht davon, wie du sie selbst bezeichnest.
Warum werden B-Skat-Raten nur in zehn statt zwölf Monaten bezahlt?
Bei regulären B-Skat-Raten sind Juni und Dezember zahlungsfrei. Das bedeutet aber nicht, dass insgesamt weniger Steuer anfällt – die Jahressumme bleibt gleich, sie wird nur auf zehn statt zwölf Monate verteilt. Mehr dazu findest du im Artikel Selbständig in Dänemark: Warum die B-Steuer nur zehn Monate gezahlt wird
