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Vom Neuanfang zur Selbstständigkeit
Als ich 2014 nach Dänemark zog, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so viele unterschiedliche Berufe ausprobieren würde. Nach meiner Trennung im Jahr 2016 stand ich plötzlich alleinerziehend mit zwei Kindern in Dänemark und musste einen Weg finden, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zurück nach Deutschland zu ziehen, war für mich keine Option. Die Kinder hatten sich eingelebt und ich wollte ihnen Stabilität geben.
Da ich ursprünglich aus dem Marketing komme, lag es nahe, in diesem Bereich weiterzuarbeiten. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass die Sprache eine größere Herausforderung war als gedacht. Viele Stellen setzen fließende Dänischkenntnisse voraus – etwas, das ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht bieten konnte.
Also begann ich, nach anderen Möglichkeiten zu suchen.
Ich arbeitete als Freelancerin, nahm befristete Anstellungen an und probierte verschiedene Online-Jobs aus. Manche Tätigkeiten begleiteten mich nur wenige Monate, andere sind bis heute ein wichtiger Bestandteil meiner Selbstständigkeit. Rückblickend bin ich froh, dass ich mich nicht auf eine einzige Möglichkeit versteift habe. Jede Erfahrung hat mich weitergebracht und mir neue Türen geöffnet.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, weiß ich, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sich im Ausland selbstständig zu machen. Jeder Weg bringt andere Fähigkeiten, Interessen und Lebensumstände mit. Was für mich funktioniert hat, muss nicht automatisch auch für andere passen.
Genau deshalb möchte ich dir in diesem Artikel die neun Jobs vorstellen, die ich selbst ausprobiert habe. Nicht als Empfehlung, sondern als ehrlichen Erfahrungsbericht. Ich erzähle dir, warum ich mit den einzelnen Tätigkeiten begonnen habe, was ich daran mochte, welche Herausforderungen es gab und wie ich heute darüber denke. Vielleicht hilft dir das dabei, deinen eigenen Weg zu finden.
Es gibt nicht den perfekten Job
Es gibt nur den Job, der zu deiner aktuellen Lebenssituation passt.
Als Alleinerziehende war für mich vor allem Flexibilität wichtig. Ich musste meine Arbeitszeiten an den Alltag mit meinen Kindern anpassen und gleichzeitig genug verdienen, um in Dänemark leben zu können. Andere legen vielleicht mehr Wert auf finanzielle Sicherheit oder möchten möglichst ortsunabhängig arbeiten.
Deshalb solltest du die folgenden Berufe nicht als Rangliste verstehen. Ich habe sie bewusst nicht bewertet oder nach einer bestimmten Reihenfolge sortiert, denn jede Tätigkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Manche eignen sich hervorragend als Nebenverdienst, andere können zu einer langfristigen Selbstständigkeit werden.
Am Ende musst du selbst entscheiden, welcher Weg zu dir passt.

1. Blogging – Mein langfristiges Herzensprojekt
2019 gründete ich A Nordic Diary. Ehrlich gesagt hatte ich damals keine konkrete Strategie. Ich wollte meine Erfahrungen über das Leben in Dänemark teilen und gleichzeitig herausfinden, ob man mit einem Blog tatsächlich Geld verdienen kann.
Anfangs veröffentlichte ich nur unregelmäßig neue Beiträge. Ich beschäftigte mich mit Suchmaschinenoptimierung, Affiliate Marketing, sozialen Medien und versuchte zu verstehen, wie erfolgreiche Blogger arbeiten. Vieles lernte ich durch stundenlanges Ausprobieren und durch viele Fehler.
Erst in den letzten zwei Jahren begann ich, regelmäßig zu schreiben. Seitdem sehe ich, wie sich die kontinuierliche Arbeit langsam auszahlt. Deshalb habe ich mir inzwischen das Ziel gesetzt, eines Tages vollständig von meinem Blog leben zu können.
Was ich am Bloggen liebe
- Am meisten liebe ich, dass ich über Themen schreiben kann, die mir wirklich am Herzen liegen. Ich muss mich nicht verstellen oder über Dinge schreiben, hinter denen ich nicht stehe. Gleichzeitig kann ich kreativ arbeiten und meine Erfahrungen mit anderen teilen, wie in meinen Aarhus Guides oder meinem E-Book zur Selbständigkeit in Dänemark.
- Die große Freiheit. Ich kann arbeiten, wann und wo ich möchte, und bin nicht an feste Arbeitszeiten gebunden. Gerade im Ausland ist das ein großer Vorteil.
- Ein weiterer Pluspunkt sind die vergleichsweise geringen Einstiegskosten. Im Grunde braucht man nur eine Website, etwas Zeit und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen.
Die größte Herausforderung
Gleichzeitig ist Blogging wahrscheinlich einer der Berufe, bei dem Geduld am wichtigsten ist. Viele beginnen einen Blog mit der Hoffnung, innerhalb weniger Monate Geld zu verdienen. Meine Erfahrung war eine andere.
Es hat Jahre gedauert, bis ich die ersten Einnahmen erzielt habe. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich mich über meine ersten 30 Euro gefreut habe. Für Außenstehende mag das lächerlich klingen, für mich war es ein Zeichen, dass es funktionieren kann.
Auch heute investiere ich teilweise mehr als 40 Stunden pro Woche in meinen Blog. Recherche, Schreiben, kümmere mich um SEO und GEO, Pinterest, Instagram, Technik und die Pflege der Website gehören genauso dazu wie das eigentliche Schreiben.
Wer mit dem Bloggen beginnt, sollte nicht auf das schnelle Geld hoffen. Ein erfolgreicher Blog braucht Zeit.
Würde ich heute wieder damit anfangen?
Definitiv.
Allerdings würde ich vieles anders machen. Ich würde früher lernen, wie Blogs monetisiert werden können, mich schneller auf wenige Kernthemen konzentrieren und von Anfang an regelmäßig veröffentlichen.
Trotzdem bereue ich keinen einzigen Schritt. Denn diese Schritte waren für mich nötig, um mir das Wissen anzueignen, dass ich dafür brauchte.
Für mich ist Blogging heute weit mehr als nur eine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Es verbindet Kreativität, Schreiben und die Möglichkeit, anderen mit den eigenen Erfahrungen weiterzuhelfen. Durch den Blog habe ich auch einige liebe Menschen auf Instagram kennengelernt, wodurch dann kurzer Hand auch der TeSalon entstanden ist. Genau deshalb ist bloggen und alles was daraus entsteht, für mich mittlerweile mein absoluter Traumjob.
2. Virtuelle Assistenz – Der ideale Einstieg in die Online-Selbstständigkeit
Nachdem ich erste Erfahrungen als Freelancerin gesammelt hatte, begann ich als virtuelle Assistentin zu arbeiten. Rückblickend war das einer der einfachsten Wege, um mir relativ schnell ein regelmäßiges Einkommen aufzubauen.
Ich übernahm administrative Aufgaben, arbeitete im Kundenservice und übersetzte unter anderem Produkttexte für Amazon-Händler. Bereits nach kurzer Zeit verdiente ich rund 1.000 Euro im Monat. Für meine damalige Situation war das ein wichtiger Schritt in Richtung finanzieller Unabhängigkeit.
Was ich an diesem Beruf besonders mochte
- Virtuelle Assistenz ist unglaublich vielseitig. Kein Kunde arbeitet gleich und die Aufgaben können sich stark unterscheiden. Genau diese Abwechslung hat mir gefallen.
- Außerdem konnte ich von zu Hause aus arbeiten. Gerade mit Kindern war das für mich ein großer Vorteil.
- Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man mit deutschen Kunden zusammenarbeiten kann, auch wenn man bereits im Ausland lebt. Das erleichtert den Einstieg, wenn die Sprache im neuen Heimatland noch eine Hürde ist.
Die größte Herausforderung
Als ich anfing, war die Nachfrage nach virtuellen Assistenten deutlich geringer als heute. Inzwischen gibt es sehr viele Anbieter und dadurch ist auf manchen Plattformen auch der Preisdruck gestiegen.
Deshalb würde ich heute versuchen, möglichst schnell eigene Stammkunden aufzubauen und mich auf bestimmte Dienstleistungen zu spezialisieren. Wer sich nur über große Freelancer-Plattformen vermarktet, konkurriert oft über den Preis. Eigene Kundenbeziehungen sind langfristig meist nachhaltiger.
Würde ich heute wieder damit anfangen?
Ja und Nein. Gerade für den Einstieg halte ich diesen Beruf nach wie vor für eine gute Möglichkeit. Man benötigt nur einen Computer, eine stabile Internetverbindung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Allerdings würde ich mich nicht mehr Virtuelle Assistentin nennen, wenn ich mich auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert habe.
Mit der Zeit kann daraus sogar eine eigene Agentur entstehen oder man entwickelt sich in eine bestimmte Fachrichtung weiter, wie zum Beispiel im Bereich Marketing, Projektmanagement oder Social Media und wird in diesem Bereich Fachmann:frau
3. Mystery Shopping – Ein unkomplizierter Nebenverdienst
Zum Mystery Shopping bin ich eher zufällig gekommen. Über verschiedene Freelancer-Plattformen erhielt ich immer wieder Anfragen für kleinere Aufträge. Als ich das erste Angebot bekam – 50 Euro für ca 1 Stunde – war ich neugierig und wollte einfach ausprobieren, wie so etwas funktioniert.
Reich wird man mit Mystery Shopping sicherlich nicht. Trotzdem fand ich es eine interessante Möglichkeit, unkompliziert etwas dazuzuverdienen. Gerade wenn man flexibel ist und spontan Zeit hat, können solche Aufträge eine nette Ergänzung zum Einkommen sein.
Beim Mystery Shopping besucht man im Auftrag eines Unternehmens ein Geschäft, Restaurant oder einen Dienstleister. Dort beobachtet man den Ablauf, macht teilweise Fotos und bewertet anschließend den Service oder das Einkaufserlebnis. Je nach Auftrag erhält man dafür zwischen 15 und 50 Euro..
Das hat mir daran gefallen
Was ich besonders mochte, war die Flexibilität. Die Anfragen kamen meist kurzfristig und ich konnte selbst entscheiden, ob ich Zeit hatte oder nicht. Gab es gerade keinen passenden Termin, konnte ich den Auftrag einfach ablehnen.
Bei manchen Einsätzen wurden außerdem Produkte oder Kosten für zu testende Lebensmittel übernommen. Das war natürlich ein zusätzlicher Bonus.
Die größte Herausforderung
Wie bei vielen Online-Jobs gibt es leider auch hier unseriöse Anbieter. Deshalb würde ich jedem empfehlen, sich das Unternehmen vorher genau anzuschauen und Erfahrungsberichte zu lesen. Seriöse Firmen zahlen zuverlässig und kommunizieren transparent.
Außerdem sollte man wissen, dass Mystery Shopping kein regelmäßiges Einkommen garantiert. Manche Monate gibt es viele Aufträge, andere deutlich weniger.
Mein Fazit
Für mich war Mystery Shopping nie mehr als ein Nebenverdienst. Wer jedoch gerne neue Dinge ausprobiert und sich etwas dazuverdienen möchte, kann damit durchaus gute Erfahrungen machen. Ein Vollzeit-Einkommen würde ich persönlich darauf allerdings nicht aufbauen.
4. Coaching, Healing und Kinesiologie – Arbeiten mit Menschen
Eine Zeit lang hatte ich eine eigene Praxis für Healing und Kinesiologie in einer Gemeinschaftspraxis. Diese Arbeit hat mir unglaublich viel Spass gemacht, weil ich Menschen auf ihrem persönlichen Weg begleiten durfte.
Gerade in einer schwierigen Lebensphase kann es sehr erfüllend sein, anderen Menschen zu helfen. Gleichzeitig habe ich dadurch viele interessante Kolleginnen und Kollegen kennengelernt und mein Netzwerk in Aarhus erweitert.
Das hat mir daran gefallen
Ich konnte meine Termine selbst planen und meine Arbeitszeiten flexibel gestalten. Dadurch ließ sich die Arbeit gut mit meinem Familienalltag verbinden.
Außerdem war es schön, in einem Bereich arbeiten zu können, für den ich wirklich brenne.
Je nach Tätigkeit lässt sich Coaching heute auch sehr gut online anbieten. Das eröffnet viele Möglichkeiten, unabhängig vom Wohnort zu arbeiten.
Die größte Herausforderung
Die größte Hürde war für mich damals ganz klar die Sprache. Am Anfang arbeitete ich überwiegend auf Englisch. Das funktionierte zwar grundsätzlich, trotzdem merkte ich schnell, dass Englisch eben nicht meine Muttersprache ist. Gerade wenn man mit Menschen arbeitet, möchte man sich präzise ausdrücken können. Mir fehlten manchmal die richtigen Worte und dadurch fühlte ich mich unsicherer, als ich eigentlich war.
Heute würde ich deshalb anders starten. Ich würde zunächst mehr online arbeiten und mich auf deutschsprachige Kunden konzentrieren. Mit zunehmenden Sprachkenntnissen würde ich mein Angebot dann Schritt für Schritt auch auf dänische Kunden ausweiten und vor Ort arbeiten.
Mein Fazit
Ich glaube, dass Coaching oder therapeutische Arbeit auch im Ausland sehr gut funktionieren kann. Allerdings sollte man vorab darüber nachdenken, welche Rolle die Sprache im eigenen Beruf spielt. Gerade in beratenden Berufen ist Kommunikation das wichtigste Werkzeug.
5. Web- und Grafikdesign – Mein kreativster Beruf
Wenn mich heute jemand fragt, welcher meiner bisherigen Berufe mir am meisten Spaß gemacht hat, dann gehört Web- und Grafikdesign definitiv dazu.
Seit mehreren Jahre unterstützte ich Unternehmen bei der Erstellung und Überarbeitung ihrer Webseiten. Dazu kamen Social-Media-Grafiken, Newsletter, Werbematerialien und viele andere kreative Projekte.
Kein Auftrag war wie der andere und genau das habe ich geliebt.
Das hat mir daran gefallen
Für mich verbindet Web- und Grafikdesign Kreativität mit Problemlösung.
Man gestaltet nicht einfach nur schöne Webseiten. Man hilft Unternehmen dabei, sichtbar zu werden und ihre Ideen nach außen zu tragen.
Außerdem konnte ich mit internationalen Kunden arbeiten und meine Arbeitszeit komplett selbst bestimmen.
Gerade wenn man gerne kreativ arbeitet und ständig Neues lernen möchte, ist dieser Beruf unglaublich abwechslungsreich.
Die größte Herausforderung
Rückblickend habe ich allerdings einen Fehler gemacht: Ich habe viel zu viel gearbeitet.
Die hohen Lebenshaltungskosten und Steuern in Dänemark sorgten dafür, dass ich ständig das Gefühl hatte, noch mehr arbeiten zu müssen. Ich war praktisch rund um die Uhr beschäftigt und hatte kaum Pausen. Denn ich arbeitete nicht nur für meine Kunden, sondern musste Kunden akquirieren, Verträge & Angebote schreiben, Buchhaltung und Marketing machen und irgendwann merkte ich, dass ich kurz vor einem Burnout stand. Deshalb entschied ich mich damals bewusst dafür, vorübergehend wieder eine Festanstellung anzunehmen.
Heute möchte ich das anders.
Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht mehr, möglichst viele Stunden zu arbeiten. Sie bedeutet, ein Business langsam aufzubauen, das langfristig zu meinem Leben passt und Zeit für Pausen und Urlaube hat.
Würde ich heute wieder Webdesign machen?
Ja, jederzeit.
Allerdings mit deutlich klareren Grenzen.
Ich würde meine Arbeitszeiten konsequenter einhalten, höhere Preise verlangen und nicht mehr versuchen, alles gleichzeitig zu machen.
Gerade am Anfang können Freelancer-Plattformen helfen, erste Erfahrungen zu sammeln und ein Portfolio aufzubauen. Langfristig würde ich jedoch immer versuchen, eigene Kunden zu gewinnen und mich über Empfehlungen weiterzuentwickeln.
Mein Fazit
Web- und Grafikdesign gehört bis heute zu meinen Lieblingsberufen.
Wenn du kreativ bist, gerne Neues lernst und Freude daran hast, Lösungen für andere zu entwickeln, kann dieser Beruf auch im Ausland eine wunderbare Möglichkeit sein. Wichtig ist nur, dass du von Anfang an darauf achtest, nicht deine gesamte Freizeit für dein Business zu opfern. Denn Erfolg ist langfristig nur dann etwas wert, wenn auch genügend Zeit für das eigene Leben bleibt.
Welche Jobs eignen sich für eine Selbstständigkeit im Ausland?
Aus meiner Erfahrung eignen sich vor allem Tätigkeiten, die ortsunabhängig ausgeübt werden können. Dazu gehören Blogging, virtuelle Assistenz, Web- und Grafikdesign, Übersetzungen, Coaching, digitale Produkte über Etsy und andere Online-Dienstleistungen. Wichtig ist jedoch nicht nur der Beruf selbst, sondern auch, dass er zu den eigenen Fähigkeiten und der persönlichen Lebenssituation passt.
6. Übersetzungen und Korrekturlesen – Mit Sprache Geld verdienen
Da Deutsch meine Muttersprache ist und ich schon seit vielen Jahren Texte korrigiere und überarbeite, lag es irgendwann nahe, auch Übersetzungen und Korrekturlesen anzubieten. Darüberhinaus arbeitete ich mehr und mehr mit dänischen Firmen im Bereich Webdesign zusammen, die in den deutschen Markt wollten und mich dann sowohl für das Design als auch die Übersetzungen anstellten.
Ich unterstützte noch stets Unternehmen bei der Übersetzung von Webseiten und Marketingmaterialien ins Deutsche und übernahm Korrekturlesungen für unterschiedlichste Texte. Gerade am Anfang war das für mich eine schöne Möglichkeit, meine vorhandenen Fähigkeiten zu nutzen und gleichzeitig mit dänischen Unternehmen zusammenzuarbeiten.
Das hat mir daran gefallen
Ich mochte vor allem die Abwechslung. Jeder Text war anders und dadurch lernte ich oft neue Themen kennen oder konnte mich in viele vertiefen. Außerdem konnte ich mir meine Arbeitszeit frei einteilen und von zu Hause arbeiten.
Auch der Einstieg ist vergleichsweise einfach. Ein Computer und, je nach Auftrag, das passende Programm reicht oft aus.
Die größte Herausforderung
Dieser Bereich hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele Unternehmen arbeiten inzwischen mit künstlicher Intelligenz und lassen Texte zunächst automatisch übersetzen. Dadurch besteht meine Arbeit heute häufiger darin, KI-generierte Texte sprachlich zu überarbeiten, anstatt komplette Übersetzungen selbst anzufertigen.
Das bedeutet aber nicht, dass Übersetzer nicht mehr gebraucht werden. Gerade bei anspruchsvollen oder sensiblen Texten bleibt menschliches Sprachgefühl unverzichtbar.
Wenn du in diesem Bereich arbeiten möchtest, würde ich dir empfehlen, zunächst Erfahrung zu sammeln. Gute Sprachkenntnisse allein reichen oft nicht aus. Ein Gefühl für Stil, Grammatik und unterschiedliche Textarten entwickelt sich mit der Zeit.
Mein Fazit
Für Menschen, die gerne mit Sprache arbeiten und ein gutes Auge für Details haben, kann dieser Beruf eine schöne Möglichkeit sein. Allerdings solltest du die Entwicklungen rund um KI im Blick behalten und bereit sein, dich weiterzuentwickeln. Darüberhinaus kannst du keine beglaubigten Texte übersetzen, wenn du keine öffentlich bestellter oder beeidigter Übersetzer bist.
7. Kundenservice – Sicherheit und Struktur
Immer wieder habe ich auch im Kundenservice gearbeitet – sowohl als Freelancerin als auch als Angestellte.
Dabei beantwortete ich Kundenanfragen, half bei Bestellungen, Reklamationen oder Rücksendungen und unterstützte Menschen, die sich im Online-Handel nicht zurechtfanden.
Gerade ältere Kunden waren oft dankbar, wenn sich jemand Zeit nahm und ihre Fragen geduldig beantwortete.
Das hat mir daran gefallen
Der größte Vorteil war für mich die finanzielle Sicherheit. Im Gegensatz zur Selbstständigkeit wusste ich jeden Monat, mit welchem Einkommen ich rechnen konnte.
Außerdem mochte ich den Kontakt mit Menschen. Es ist ein gutes Gefühl, jemandem unkompliziert weiterhelfen zu können.
Die größte Herausforderung
Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass dieser Beruf auf Dauer nicht zu mir passt. Nicht jeder Kunde ist am Telefon freundlich und man gibt täglich viel von seiner Energie an andere Menschen weitere und braucht Massnahmen, um auch selbst wieder aufladen zu können.
Darüberhinaus brauche ich Kreativität, Abwechslung und die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen. Nach einiger Zeit fehlte mir genau das. Die festen Arbeitszeiten und die sich ständig wiederholenden Aufgaben gaben zwar Sicherheit, fühlten sich für mich aber irgendwann einengend an.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Kundenservice kein guter Beruf ist. Ganz im Gegenteil.
Menschen, die klare Strukturen, geregelte Arbeitszeiten und einen festen Rahmen schätzen, können sich dort sehr wohlfühlen.
Mein Fazit
Der richtige Job hängt immer von der eigenen Persönlichkeit ab. Was für den einen langweilig ist, gibt dem anderen genau die Sicherheit, die er braucht. Deshalb lohnt es sich, ehrlich zu überlegen, welche Arbeitsweise wirklich zu einem passt..
8. Mit Vinted Kleidung verkaufen – Ein einfacher Nebenverdienst
Neben meinen anderen Tätigkeiten habe ich auch immer wieder Kleidung über Vinted verkauft. Das war für mich nie ein Vollzeitjob oder eine langfristige Geschäftsidee, sondern vielmehr eine unkomplizierte Möglichkeit, meinen Kleiderschrank auszumisten und gleichzeitig etwas Geld dazuzuverdienen.
Gerade nach einem Umzug oder wenn sich die eigene Lebenssituation verändert, sammelt sich oft vieles an, was man selbst nicht mehr benötigt. Warum also nicht jemand anderem eine Freude machen und gleichzeitig das Haushaltsbudget etwas aufbessern?
Das hat mir daran gefallen
- unkomplizierter Einstieg
- keine Investition notwendig
- nachhaltiger Umgang mit Kleidung
- schneller Nebenverdienst
- von zu Hause aus möglich
Gerade wenn man ohnehin aussortieren möchte, finde ich Vinted eine schöne Möglichkeit, gebrauchten Dingen ein zweites Leben zu schenken.
Die größte Herausforderung
Mit Vinted wird man in der Regel kein regelmäßiges Einkommen aufbauen. Die Verkäufe sind abhängig davon, welche Kleidung man anbietet und wie groß die Nachfrage gerade ist.
Außerdem sollte man den Zeitaufwand nicht unterschätzen. Kleidung fotografieren, Fragen beantworten, Pakete verschicken und alles organisieren kostet ebenfalls Zeit.
Mein Fazit
Als Nebenverdienst kann ich Vinted definitiv empfehlen. Wer gerne Ordnung schafft und Kleidung weiterverkaufen möchte, kann damit unkompliziert zusätzliches Geld verdienen. Als langfristiges Business sehe ich es persönlich allerdings eher nicht.
9. Etsy – Kreativität in ein Business verwandeln
Einer meiner kreativsten Nebenjobs ist mein Etsy-Shop.
Dort verkaufe ich sowohl digitale Produkte wie Templates und Downloads als auch physische Produkte wie Schreibwaren oder Sticker. Genau diese Mischung macht mir besonders viel Spaß, weil ich kreativ arbeiten und gleichzeitig Produkte entwickeln kann, die anderen den Alltag erleichtern oder verschönern.
Im Gegensatz zu vielen anderen Online-Jobs kann ein Etsy-Shop durchaus zu einem Vollzeit-Business werden. Ich kenne einige Shop-Besitzer, die ausschließlich davon leben.
Für mich ist Etsy bis heute jedoch ein Nebenprojekt geblieben.
Das liebe ich an Etsy
Am meisten gefällt mir die kreative Freiheit. Ich kann neue Ideen ausprobieren, Produkte gestalten und meinen Shop ganz nach meinen Vorstellungen entwickeln.
Außerdem arbeite ich international. Menschen aus verschiedenen Ländern können meine Produkte kaufen, ohne dass ich an einen bestimmten Standort gebunden bin.
Ein weiterer Vorteil ist die große Flexibilität. Ich kann neue Produkte dann entwickeln, wenn es in meinen Alltag passt.
Die größte Herausforderung
Viele unterschätzen, wie viel Arbeit hinter einem erfolgreichen Etsy-Shop steckt.
Es reicht nicht, ein Produkt hochzuladen und auf Verkäufe zu hoffen. Regelmäßige neue Produkte sind wichtig. Genauso wie gute Produktbeschreibungen, aussagekräftige Fotos und Suchmaschinenoptimierung innerhalb von Etsy. Hinzu kommt, dass Etsy seine Richtlinien und Anforderungen regelmäßig verändert. Man muss bereit sein, sich immer wieder mit neuen Regeln auseinanderzusetzen und den eigenen Shop entsprechend anzupassen.
Für mich persönlich kam außerdem noch der buchhalterische Aufwand hinzu. Gerade wenn man neben digitalen Produkten auch physische Produkte verkauft, wird die Verwaltung deutlich umfangreicher.
Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, Etsy weiterhin als kreatives Nebenprojekt zu führen und nicht als Vollzeit-Business.
Mein Fazit
Ich glaube, Etsy ist eine wunderbare Möglichkeit für kreative Menschen, sich ein eigenes Business aufzubauen.
Wer Spaß daran hat, Produkte zu entwickeln, regelmäßig neue Ideen umzusetzen und sich auch mit den technischen und organisatorischen Seiten eines Shops auseinanderzusetzen, kann sich hier langfristig ein sehr schönes Einkommen aufbauen.
Für mich ist Etsy bis heute ein Herzensprojekt, das ich gerne neben meinen anderen Tätigkeiten weiterführe.
Mein Fazit nach fast zehn Jahren Selbstständigkeit
Wenn ich heute auf meinen beruflichen Weg zurückblicke, bin ich froh, dass ich mich nie auf einen einzigen Beruf festgelegt habe.
Jede Tätigkeit hat mir etwas beigebracht. Manche haben mich finanziell getragen, andere haben mir neue Fähigkeiten vermittelt und wieder andere haben mir gezeigt, was ich langfristig nicht mehr machen möchte.
Ich glaube, genau darin liegt einer der größten Vorteile der Selbstständigkeit. Sie und du darf sich verändern. Du musst nicht heute entscheiden, was du die nächsten zwanzig Jahre machen möchtest. Du darfst ausprobieren, umdenken und deinen Weg immer wieder anpassen. Gerade im Ausland fühlt sich vieles am Anfang unsicher an. Vielleicht sprichst du die Sprache noch nicht perfekt, kennst den Arbeitsmarkt nicht oder weißt nicht, wo du überhaupt anfangen sollst.
Mir ging es damals genauso.
Deshalb möchte ich dir vor allem eines mitgeben: Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Überlege dir lieber, welche Fähigkeiten du bereits mitbringst. Was macht dir Spaß? Worin bist du gut? Und welche Probleme kannst du für andere lösen? Oft liegt die Antwort viel näher, als man zunächst denkt.
Nicht jeder muss Blogger werden. Nicht jeder möchte als virtuelle Assistentin arbeiten oder Webseiten gestalten.
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Es gibt nur deinen eigenen. Und genau deshalb darf sich auch dein Business mit dir weiterentwickeln.
Welcher dieser Jobs passt zu dir?
Vielleicht hast du beim Lesen bereits gemerkt, dass dich einer der Berufe besonders angesprochen hat.
Falls nicht, ist das völlig in Ordnung.
Nimm dir einen Moment Zeit und beantworte für dich folgende Fragen:
- Arbeite ich lieber kreativ oder strukturiert?
- Möchte ich hauptsächlich mit Menschen arbeiten oder lieber im Hintergrund?
- Wie wichtig ist mir zeitliche Flexibilität?
- Brauche ich ein regelmäßiges Einkommen oder kann ich mir etwas langsam aufbauen?
- Welche Fähigkeiten bringe ich bereits mit?
- Was macht mir wirklich Freude?
Die Antworten auf diese Fragen sind oft viel wertvoller als jede Liste mit Jobideen.
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Kann ich mich auch ohne perfekte Sprachkenntnisse im Ausland selbstständig machen?
Ja. Viele Dienstleistungen lassen sich auch für deutschsprachige oder internationale Kunden anbieten. Gerade zu Beginn kann das eine gute Möglichkeit sein, erste Erfahrungen zu sammeln und gleichzeitig die Sprache des neuen Landes Schritt für Schritt zu lernen.
Welcher Job eignet sich am besten für den Einstieg?
Das hängt von deinen Fähigkeiten ab. Virtuelle Assistenz, Kundenservice oder Übersetzungen können vergleichsweise schnell erste Einnahmen bringen. Blogging oder Coaching benötigen meist mehr Zeit, bieten dafür aber langfristig großes Potenzial.
Kann man mit einem Blog seinen Lebensunterhalt verdienen?
Ja, allerdings braucht es Geduld. Ein Blog entwickelt sich in der Regel über mehrere Jahre. Wer regelmäßig hochwertige Inhalte veröffentlicht und verschiedene Einnahmequellen aufbaut, kann langfristig davon leben.
Welche Vorteile hat eine Selbstständigkeit im Ausland?
Viele Tätigkeiten lassen sich ortsunabhängig ausüben. Dadurch kannst du flexibel arbeiten und deine Arbeitszeiten besser an dein Leben anpassen. Gleichzeitig hast du die Möglichkeit, sowohl mit Kunden im Ausland als auch im deutschsprachigen Raum zusammenzuarbeiten.
Muss ich mich sofort auf einen Beruf festlegen?
Nein. Viele Selbstständige entwickeln ihr Business Schritt für Schritt. Oft ergeben sich neue Möglichkeiten erst durch die Erfahrungen, die man unterwegs sammelt.

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